Allergien & Unverträglichkeiten

Heuschnupfen, allergischer Schnupfen, Hautreaktionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Beschwerden reichen von Niesen, einer laufenden oder verstopften Nase und juckenden Augen bis hin zu Blähungen, Bauchschmerzen und Veränderungen des Stuhlgangs.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) betrachtet dabei nicht nur einzelne Symptome, sondern den Menschen als Ganzes. Im Mittelpunkt stehen die individuelle Konstitution sowie das Zusammenspiel verschiedener Körperfunktionen.

Allergien aus Sicht der TCM

In der chinesischen Medizin spielen bei allergischen Beschwerden insbesondere die Funktionskreise von Lunge, Milz und Niere eine wichtige Rolle.

Die Lunge ist nach traditioneller Vorstellung für die Verteilung des sogenannten Wei-Qi (Abwehrenergie) verantwortlich. Dieses zirkuliert an der Körperoberfläche und wird mit der Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen in Verbindung gebracht. Ist das Lungen-Qi geschwächt oder die Funktion des Wei-Qi beeinträchtigt, kann der Körper nach TCM-Verständnis empfindlicher auf äußere Reize reagieren.

Bei Heuschnupfen werden Symptome wie Niesen, eine laufende Nase oder verstopfte Nasenwege häufig mit dem Eindringen von „Wind“ in Verbindung gebracht. Dabei unterscheidet die TCM beispielsweise zwischen Wind-Kälte und Wind-Hitze.

Auch die Milz hat eine zentrale Bedeutung. Sie ist nach der chinesischen Medizin für die Umwandlung und den Transport der Nahrung sowie für den Flüssigkeitshaushalt zuständig. Bei einer Schwäche des Milz-Qi kann es nach traditioneller Vorstellung zur Ansammlung von Feuchtigkeit und Schleim kommen. Dies kann sich unter anderem durch eine verstopfte Nase, vermehrte Verschleimung oder Verdauungsbeschwerden äußern.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus Sicht der TCM

Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten richtet sich der Blick besonders auf das Zusammenspiel von Milz, Magen und Leber.

Eine Schwäche des Milz-Qi kann mit Blähungen, Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen oder weichem Stuhl einhergehen. Auch Stress und emotionale Anspannung können nach der TCM die Verdauung beeinträchtigen. Eine Stagnation des Leber-Qi kann die harmonische Zusammenarbeit von Milz und Magen stören und bestehende Beschwerden verstärken.

Weitere traditionelle Muster sind:

  • Feuchtigkeit
  • Feuchtigkeit-Hitze
  • Mangel an Milz-Yang

Die TCM unterscheidet somit verschiedene Beschwerdemuster, auch wenn die Symptome auf den ersten Blick ähnlich erscheinen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer immunologisch vermittelten Allergie, einer Nahrungsmittelintoleranz und anderen Verdauungsstörungen. Diese Erkrankungen haben unterschiedliche medizinische Ursachen und erfordern gegebenenfalls eine gezielte Diagnostik.

Wie kann die TCM unterstützen?

Je nach individuellem Beschwerdebild können verschiedene Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt werden:

Akupunktur
Wird traditionell genutzt, um die Funktionen von Lunge, Milz und Magen zu regulieren und Beschwerden wie allergischen Schnupfen begleitend zu lindern.

Chinesische Kräutertherapie
Die Kräuterrezeptur wird individuell nach der TCM-Diagnose zusammengestellt, beispielsweise zur Unterstützung des Lungen- und Milz-Qi oder zur Regulierung von Feuchtigkeit und Schleim.

Moxibustion
Kann bei bestimmten Kälte- und Schwächemustern unterstützend eingesetzt werden.

Schröpfen
Kommt bei ausgewählten Beschwerdemustern ergänzend infrage.

Ernährungsberatung nach TCM
Spielt insbesondere bei Verdauungsbeschwerden eine wichtige Rolle. Dabei werden die individuelle Verträglichkeit, die Zubereitung der Speisen und die persönliche Konstitution berücksichtigt.

Mein Behandlungsansatz

In meiner Praxis betrachte ich Beschwerden im Zusammenhang mit Verdauung, Ernährung, Stress und der allgemeinen körperlichen Verfassung ganzheitlich. Auf dieser Grundlage entwickle ich ein individuelles Behandlungskonzept, das die schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen kann.

Hinweis

Bei bestätigten Allergien, Zöliakie oder anderen medizinisch diagnostizierten Unverträglichkeiten müssen notwendige Vermeidungsmaßnahmen weiterhin eingehalten werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin kann eine Allergie oder Unverträglichkeit nicht nachweislich beseitigen, jedoch unter Umständen dabei unterstützen, Beschwerden zu begleiten und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.


Allgemeiner medizinischer Hinweis: Die TCM kann eine ärztliche Behandlung ergänzen, ersetzt jedoch keine notwendige medizinische Diagnostik oder Therapie. Die wissenschaftliche Evidenz ist je nach Methode und Erkrankung unterschiedlich gut belegt. Chinesische Arzneimittel erfordern eine fachkundige Prüfung möglicher Nebenwirkungen und Wechselwirkungen