Warum ich im Sommer so gern Mungbohnen empfehle

feilong.de • 6. August 2026

Sommerabende länger genießen? Aus Sicht der TCM dürfen Sie das.



Wenn es mehrere Tage hintereinander richtig heiß ist, höre ich in meiner Praxis oft dieselben Sätze: „Ich fühle mich irgendwie schwer.“ Oder: „Ich habe gar keinen richtigen Appetit.“ Manche schlafen schlechter, andere fühlen sich trotz genügend Trinken erschöpft und kraftlos.


Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das nicht ungewöhnlich. Große Hitze kann den Körper belasten und das innere Gleichgewicht stören. Gerade im Sommer lohnt es sich deshalb, Lebensmittel auszuwählen, die den Körper sanft unterstützen, ohne ihn zusätzlich zu belasten.


Ein Lebensmittel, das ich in dieser Jahreszeit besonders gern empfehle, sind Mungbohnen. Sie gehören in der TCM seit Jahrhunderten zu den klassischen Sommerlebensmitteln. Sie wirken angenehm kühlend, können innere Hitze ausgleichen und helfen dem Körper, überschüssige Feuchtigkeit leichter auszuleiten. Gleichzeitig sind sie leicht verdaulich und schenken vielen Menschen ein angenehm frisches Körpergefühl.


Das Schöne an Mungbohnen ist ihre Vielseitigkeit. Sie lassen sich ganz einfach zubereiten: Etwa 50 Gramm getrocknete Bohnen waschen, wenn möglich einige Stunden einweichen und anschließend mit 400 bis 500 Millilitern Wasser etwa 40 bis 60 Minuten köcheln lassen. Sie können die Bohnen mit der Kochflüssigkeit als leichte Suppe genießen oder nach dem Abkühlen – mit einem kleinen Löffel Honig – als erfrischende Sommermahlzeit essen.


Im Sommer finde ich auch Mungbohnensprossen sehr gut. Sie passen wunderbar zu Salaten oder leicht gedünstetem Gemüse und bringen Frische auf den Teller.


Natürlich gilt auch hier, was ich meinen Patientinnen und Patienten immer wieder sage: Nicht jedes Lebensmittel passt zu jedem Menschen. Wer schnell friert, häufig kalte Hände und Füße hat oder eine eher schwache Verdauung mitbringt, sollte Mungbohnen lieber in kleineren Mengen genießen und beobachten, wie sie ihm bekommen.


Ich mag an der TCM besonders, dass sie uns keine strengen Regeln vorgibt. Sie lädt uns vielmehr ein, auf den eigenen Körper zu hören und die Nahrung an die Jahreszeit anzupassen. Genau darin liegt oft ihre größte Stärke.


Mein Rat: Probieren Sie Mungbohnen an einem heißen Sommertag einfach einmal aus. Vielleicht stellen Sie fest, dass Ihr Körper genau das braucht – nicht etwas Spektakuläres, sondern eine einfache, natürliche Mahlzeit, die angenehm erfrischt und gleichzeitig gut nährt. Oft sind es gerade diese kleinen Dinge, die einen spürbaren Unterschied machen.

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